Cada actitud, cada gesto cuenta para el combate a la pobreza extrema y la exclusión. Hay varias formas de actuar, independientemente de nuestras capacidades y disponibilidad. Estos mensajes, estos testimonios son la expresión de estas experiencias. Siéntase libre de contribuir.

Los testimonios se publican bajo la responsabilidad del autor. Están sujetos a la validación, que se publicará sólo si cumplen con la forma y el fondo del espíritu de este día, tal como se define en la Carta Internacional del 17 de Octubre.

 

Botschaft von Isabelle Pypaert Perrin, Generaldelegierte der Internationalen Bewegung ATD Vierte Welt

zum Anlass des internationalen Tags der Überwindung der Armut, 17. Oktober 2015

„...damit keiner zurückgelassen wird“

Unter strahlend blauem Himmel am 17. Oktober 1987, legte Joseph Wresinksi Zeugenis ab von den „Armen aller Zeiten, die von Ort zu Ort flüchten, verachtet und geächtet…“

Wer sind sie heute, jene „Millionen und Abermillionen von Kindern, von Müttern und Vätern“?Immer noch sind sie gezwungen, aufzubrechen, ein Leben wo anders zu suchen; wochenlang, monatelang ziehen sie zu Fuss von Ort zu Ort, beladen mit wenigen Habseligkeiten, manchmal mit ihren Kindern; der Einlass wird ihnen verwehrt, so oft sie an Barrieren rütteln, so oft sie an unsere Menschlichkeit appellieren und an unser Ideal einer gemeinsam gestalteten Zukunft; sie sind dazu verurteilt in gesonderten Quartieren zu leben, in provisorisch eingerichteten Lagern, in Asylen und unbenutzten Kasernen, in heruntergekommenen Wohnungen zu hausen, wie abgestellt in den Grauzonen unserer Städte, an Flussufern, Waldränden, aus den Augen, aus dem Sinn, dem Mitleid ausgeliefert, das gelegentlich seine Versprechen vergisst.

Wer sind sie heute, jene „Millionen und Abermillionen von Kindern, Frauen und Männern, deren Herzen noch immer kraftvoll schlagen um doch weiterzukämpfen“? Das ist jene Frau in Madagaskar, die lange unter einer Plastikplane lebte, unter der sie sich nicht einmal aufrichten konnte. Sie, die am Ende einer Zusammenkunft, nach dem jeder zu Ende gesprochen hatte, ihre Hand hob und sagte : „Vor allem dürfen wir nicht vergessen, dass es noch Leute gibt, die ganz allein dastehen und die uns nicht kennen. Ihretwegen sind wir hier zusammen.“

Es sind jene Väter und Mütter in Grossbritanien, die systematisch schlecht gemacht werden, die man mit Graffiti und selbst in den Medien öffentlich beleidigt, als Nutzniesser und Parasiten darstellt, von denen es zu viele gäbe. Dabei sind sie es, die in ihren Siedlungen jene unterstützen, die ganz verlassen sind. Sie stehen auf diese Weise für die Menschrechte ein, damit sie für alle gelten.

Das sind jene Jugendlichen in Zentralafrika, die zusehen mussten wie die Gewalt über ihre eigenen Familien hinwegrollte, und die trotzdem der Rache und dem Hass eine Absage erteilten. Stattdessen sind sie zum Flüchtlingslager am Flughafen gegangen und haben mehreren Tausend Kindern, die nicht zur Schule gehen konnten, ihr Wissen gebracht, ihre Kreativität, ihren Sinn für Schönes, kurz die besten Mittel, um Frieden zu finden und zu stiften, mitgeteilt. Heute noch bringen sie die Strassenbibliothek zu den verlassensten Orten.

Wer sind heute jene „Abermillionen Kinder, Mütter und Väter, deren Mut das Recht auf die Anerkennung ihrer unschätzbaren Würde verlangt“ ?

Es sind die Familien eines Viertels in Beirut, im Libanon, wo Tausende von Flüchtlingen, meist aus Syrien, aufgenommen werden. Für diese Familien wird das Leben noch komplizierter, mit diesem unaufhaltbaren Zustrom. Sie hatten sowieso schon Schwierigkeiten, zum Beispiel ihren Kindern einen Platz in der Schule zu sichern. Sie sagen uns jedoch : „Wir haben die gleiche Verzweiflung gekostet, die gleichen schlaflosen Nächte durchwacht. Wir können ihnen unsere Türen nicht versperren. Bei allen Schwierigkeiten, können wir nur versuchen zusammen auszukommen.“

„Ich möchte Botschafterin der Vierten Welt sein“, sagt uns eine Frau von Eritrea, die von den Mitgliedern der Bewegung in London aufgenommen wurde. Sie mahnt uns auf diese Weise daran, was unser Zusammensein hier und überall ausmacht : dass nämlich kein Mensch verstossen, oder einfach zurückgelassen werden soll. Sind wir nicht zusammen, um von jenen zu lernen, die aufgrund ihres Leids und ihrer Hoffnung wollen, dass die Welt vorwärts kommt ? Gerade mit diesen Menschen können wir den Frieden schaffen, den die Welt braucht. Denn sie wachsen über die Bitterkeit hinaus, sie begründen ihre Hoffnung und schöpfen ihre Kraft in der Geschwisterlichkeit.

2015_17_okt_botschaft_isabelle_perrin.pdf

Isabelle Pypaert Perrin, Generaldelegierte der Internationalen Bewegung ATD Vierte Welt
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